Fortbildungen
Lese-Lern-Bibliothek für Erstleser:innen und Eltern
Erst- und Zweitleseliteratur erkennen – eingruppieren – präsentieren
Sie wollen
- Kinder beim Lesenlernen unterstützen,
- Kindern ermöglichen, selbständig am Regal Bücher zu finden, die sie interessieren und selbst lesen können und
- die zukünftigen Leserinnen und Leser für Bücher und Literatur begeistern?
Sie wollen auch
- Passende Erstlesebücher treffsicher empfehlen und Bücherkisten für Schulen kompetent bestücken und
- das Rücksortieren der Bücher vereinfachen,
Und Sie wünschen
- dass Eltern und Leselernbegleiter auch ohne Beratung und stundenlange Recherche im Katalog die passenden Bücher für ihre Kinder finden und
- die Ausleihzahlen für Erst- und Zweitleseliteratur steigen?
Dann stellen Sie einmalig Ihren Bestand an Erstlesebüchern auf eine Lese-Lern-Bibliothek um!
Im Webseminar stellt Ihnen die Referentin Dr. Ina Nefzer, Journalistin, Dozentin, Akademische Mitarbeiterin an der PH Ludwigsburg, die einzelnen Schritte: Erstliteratur erkennen, neu eingruppieren und im eigenen Regal präsentieren
detailliert und an praxiserprobten Beispielen vor.
Inhalte des Seminars
- Leselernstufen des Schriftspracherwerbs
- Ziele einer Lese-Lern-Bibliothek
- Zuordnung Erstleseliteratur in Stufenmodell
- Zuordnung in SKJ Systematik Kinder- und Jugendliteratur
- Aufstellung im Regal nach NUSE Neu-Ulmer Systematik Erstleseliteratur
- Aufstellung in anderen Bibliotheks-Systematiken
- Feedbacks von Kindern, Rückmeldung aus Bibliotheken nach der Umstellung
In diesem Webinar greifen Theorie und Praxis ineinander. Es vermittelt Ihnen alle notwendigen Kenntnisse, um Ihren Bestand an Erst- und Zweitleseliteratur neu zu ordnen: Dafür erhalten Sie als Erstes eine Einführung in die Grundlagen des Leselernprozesses.
In einem zweiten Schritt erfahren Sie, wie das unübersichtliche und große Verlagsangebot an Erstlesereihen und Zweitlesetiteln mittels einfacher formaler Kriterien kategorisiert und den einzelnen Stufen des Leselernprozesses zugeordnet werden kann.
Im dritten Teil werden Konzepte und Ideen bestehender Systematisierungen als Lese-Lern-Bibliothek präsentiert, die im deutschsprachigen Raum bereits erprobt werden.
Das Ziel ist es, Ihnen mit einem Baukastenprinzip Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Sie individuell eine eigene, für Sie geeignete Lese-Lern-Bibliothek mit vertretbarem Aufwand umsetzen können.
Termin:
Freitag, 12. Juni 2026, 09:00 - 12:00 Uhr
Referent:innen
Dr. Ina Nefzer, Journalistin, Dozentin, Akademische Mitarbeiterin an der PH Ludwigsburg
Frank Sommer, Ko-Moderation, Leiter der Agentur
Zielgruppen
Bibliothekar:innen, FaMIs, Lesevermittler:innen und Pädagog:innen
Anzahl der Teilnehmer:innen
min. 8 - max. 20
Dauer
3 Stunden
Technisches
Einladung über die Plattform Zoom
Sie benötigen einen Laptop oder PC mit Kamera- und Mikrofunktion.
Kosten
Fortbildung pro Person € 95,- inkl. MwSt.
Bei 2 Teilnehmenden aus derselben Einrichtung € 140,- inkl. MwSt.
Inklusive umfangreichem Handout mit den wichtigsten Folien der Präsentation und Platz für individuelle Notizen (wird vorab versendet)
Buchung der Fortbildung weiter unten.
Die Lese-Lern-Bibliothek – Schwerpunkt 2026
Warum jetzt die Umstellung notwendig ist?
Von Dr. Ina Nefzer
Studien zeigen, dass immer weniger Kinder den Leselernprozess bewältigen, trotz zahlreicher Förderprogramme und -angebote! Bei der Ursachenforschung sollten auch Schul- und Stadtbibliotheken überprüfen, ob ihr Angebot an Erst- und Zweitleseliteratur die Zielgruppe überhaupt erreicht. Denn ein Blick in die Regale vieler Büchereien und Bibliotheken offenbart, dass Erstleseliteratur nach Autoren und Interessenkreisen, nicht aber nach wachsenden Leselernkompetenzen in den Regalen steht.
Mit dem Ergebnis, dass Kinder Bücher mit ihren Lieblingsthemen zwar entdecken, diese aber im schlimmsten Fall noch gar nicht lesen können und entmutigt werden. Dies kann vermieden werden, wenn das Buch in der entsprechenden Leselernstufe steht. Erstlesebücher sollten daher – für Kinder verständlich - den einzelnen Phasen des Lesenlernprozesses zugeordnet sein.
Lesenlernen beginnt bereits vor der 1. Klasse und endet üblicherweise mit der Grundschule. In diesem Zeitraum erwerben Kinder stufenweise immer mehr Kompetenzen. Um währenddessen ihre Lesemotivation zu stärken, ist es nötig, dass sie die Erfahrung machen, Bücher allein lesen zu können und merken, lesen zu lernen ist gar nicht so schwer!
Spätestens ab der 4. Klasse sollten Kinder so viel wie möglich in ihrer Freizeit lesen, damit die erlernten Leselernprozesse zunehmend automatisiert ablaufen. Nur wenn Lesen leicht ist, macht es auch Spaß!
Für diese Übergangsphase benötigen Kinder Zweitleseliteratur, die immer noch einfach zu lesen ist und zugleich mit attraktiven Erzählkonzepten und -serien aufwartet. Auf dem Buchmarkt erscheinen zunehmend mehr solcher Titel für genau diese Übergangsphase. Das begehrte Lesefutter sollte jedoch nicht zwischen Kinderbüchern für Leseratten versteckt stehen, sondern als separates attraktives Angebot in direkter Nähe zu den Erstlesebüchern.
Damit Bibliotheken ihren Bestand an Erstleseliteratur nach Lesestufen gliedern und Zweitleseliteratur separat aufstellen können, ist eine Systematik vonnöten. Verlage bieten hierfür zwar Orientierung, indem sie ihre Erstlesereihen nach Alter, Lese- oder Klassenstufen unterteilen. Diese sind jedoch nicht einheitlich und unzuverlässig. Bibliotheken benötigen daher eine eigene, wissenschaftlich fundierte Lesestufensystematik. Eine, die für Kinder und Leselernbegleiter leicht verständlich und für Bibliothekare unkompliziert umsetzbar ist.
Sie werden innerhalb kürzester Zeit merken, wie Sie die Ausleihzahlen in diesem Bereich steigern und den Kindern, eltern und Lesebeglitern eine wertvolle Unterstützung beim Lesenlerne sind.
